Die Su-Philosophie

Was der deutschen Sprache wirklich fehlt ist ein Wort zwischen Sie und Du. Nennen wir es Su.

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Sind wir mit einem anderen Wesen der menschlichen Art mal wieder in eine Situation geraten, in der wir nicht wissen, ob wir unser Gegenüber siezen oder duzen sollen und unsicher versuchen, jede Art dieser pronominalen Anredeform zu umgehen, wäre das Su eine wirklich hilfreiche und durchaus elegante Lösung unsere latente Unsicherheit hinter dieser neuen pronominalen Anredeform zu verbergen und gleichzeitig jene Unsicherheit damit auszudrücken. Was zunächst wie ein Paradoxon scheint, ist die Lösung aller zwischenmenschlichen Probleme, stellt das Su doch eine Basis, ja einen Anlass zur Kommunikation über die Anredeform da, ohne uns in eine unkomfortable Situation zu bringen. Manch einer mag sich nun fragen, warum ich gerade, dass Su als neue pronominale Anredeform vorschlage. Wie leicht ersichtlich zu sein scheint, handelt es sich beim Su um ein Kofferwort, welches aus einer Amalgamierung der beiden Wörter Sie und Du entstanden ist. Warum bilde ich kein Schachtelwort namens Die? Diese Frage mag sich die ein oder andere Person an dieser Stelle stellen. Ein Schelm, wer nicht bemerkt, dass das Wort Die bereits in der deutschen Sprache als Artikelpronomen existiert und eine zusätzliche pronominale Anredeform somit nicht klar abgrenzbar zu diesem Artikel wäre. Dies hätte wiederum weitreichende Folgen für die menschliche und vor allem lautsprachliche Kommunikation und würde nur weitere Unsicherheiten und Problemsituationen nach sich ziehen und nicht der Forderung einer Unsicherheit ausdrückenden, aber unangenehme Scham vermeidenden, pronominalen Anredeform gerecht werden.

Nun muss ich mir selbst eingestehen, dass das Su nicht direkt alle zwischenmenschlichen Probleme löst, gibt es doch auch Unsicherheiten in nicht sprachlich vermittelten Situationen. Betrachten wir eine persönliche Begrüßung, die in unserem Gesellschaftskreis mit einem Handschlag oder einer vertrauten Umarmung gestaltet wird. Um auch diese Form der zwischenmenschlich-schwierig-gestaltbaren Situationen zu begegnen, plane ich demnächst eine Form der Berührung zwischen Handschlag und Umarmung zu erfinden, die zwar ebenfalls eine Unsicherheit ausdrückt, aber ebenso soziale Akzeptanz erfährt wie auch das Su sie erfahren wird (Susie, hihi). Denn kaum etwas ist weniger beschämend als mit leicht ausgestreckter Hand vor einer die Arme öffnenden Person zu stehen und dem Gegenüber zu vermitteln, es stinke fürchterlich nach dem abgestandenen Wasser längst verwelkter Blumen.

Und nun vermag ich mit den freundlichsten Grüßen zu verbleiben und Su einen guten Start in die Woche zu wünschen.
Herzlichst,

Sune Wiebke

 

 

 

 

Quelle: Wiebke S. (2017). Die Verunsicherung der Deutschen in Situationen zwischenmenschlicher Kommunikation – Ein Ansatz zur Lösung. Zeitschrift für YOLO_Swag_xoxoxo, 328140, S.0. #korrektquellenangebenkannich

Okay, Scherz.

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