Wie sollen Männer den Haushalt führen, wenn sie noch nicht einmal im TV heulen dürfen?

Vorwort: Ich habe mich inhaltlich wenig mit dem Thema Feminismus oder Geschlechterrollen auseinandergesetzt. Das hier hat nicht den Anspruch auf allgemeine Gültigkeit oder lückenlos durchdachte Theorien. Das sind nur die Gedanken einer 20jährigen, die zwei Studienfächer hat, in denen Frauen in der Überzahl sind. Die auf schön verpackte Schminke steht, aber auf die Inhaltsstoffe achtet. Die viel zu viele Nagellacke besitzt, dafür dass sie eigentlich selten welchen benutzt. Die sich vor einigen Wochen im Internet wunderschöne Schuhe bestellt hat, welche passten, aber komisch saßen. Woraufhin sie die Schuhe dann zurückgeschickt hat. Und das alles ohne zu weinen!!! (Yeeeeeeey! Applaus!) Die gerne Breaking Bad, Family Guy oder die Simpsons schaut. Und ja man : Ich lache über Millhouse. Die sich freut, wenn es irgendwo Fingermalfarben gibt, weil man sich damit so richtig einsauen darf! Und die Mathe in der Schule mochte. Boahr, jetzt hab ich´s Euch aber gegeben!

Der folgende Text soll meine Gedanken zum Thema Feminismus und Geschlechterrollen darstellen! An welchen Stellen sich das Stilmittel der Ironie eingeschlichen hat, musst Du schon selber entscheiden. Der Text ist lang: Also liebe Frauen, holt euch einen Obstsalat! Also liebe Männer, sagt euren Frauen, sie sollen euch ein blutiges Steak braten! Aber flott! 

Wenn ich ehrlich sein soll, war mir die Feminismusdebatte und dieser Genderkram bislang irgendwie rätselhaft. Ich kam mir bislang in meinem Leben nicht benachteiligt vor. Vielleicht bin ich auch einfach zu jung dafür und musste so richtige Diskriminierungen gegenüber Frauen nicht miterleben. In unserer Gesellschaft dürfen Frauen wählen, sind Männern an sich nicht unterlegen und dürfen Jeanshosen tragen. Klar, ab und an vergisst mal jemand das „-in“ an manchen Berufsbezeichnungen, aber mal ehrlich: Wir haben eine Bundeskanzlerin und eine Verteidigungsministerin mit sieben Kindern. Beide auch noch aus einer konservativ eingestellten Partei. Wenn das mal nicht emanzipiert ist, dann weiß ich auch nicht. Klar, solange wir Frauenquote und Gleichstellungsbeauftragte haben und Frauen zum Teil immer noch weniger Gehalt bekommen (Was für einen Sinn hat das?), haben wir noch keine Gleichberechtigung erreicht, aber wenn ihr mich fragt, sind das die Feinheiten des Feminismus´. Und ja: „Germanys next Topmodel“ vermittelt ein fragwürdiges Frauenbild und es gibt keine männliche Version dieser Sendung. Und ja: Auf der Fernsehprogrammzeitschrift sind immer nur Frauen auf dem Cover. Ist das nun sexistisch? Vielleicht. Oder Männer werden da eiskalt diskriminiert. Das kann man nun auslegen wie man will.

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Morgens bei Frauen! Für Männer konnte ich leider kein passendes Foto dazu machen…

Im Allgemeinen sind Medien da natürlich auch so ein Thema für sich. Beide Geschlechter werden da in ein bestimmtes Schema gepresst und in ein bestimmtes Licht gerückt. Deshalb gibt es in Frauenarztpraxen auch keine Magazine über Schlachtung von Schweinen oder Bierzapfen. Und beim Urologen (ich war noch nie dort) gibt es wohl keine Magazine mit Titelthemen wie : „Nie wieder wehrlos, weil der Nagellack solange trocknen muss!“ oder „Welche Mascara spiegelt Deine Seele wieder?“ Die Gesellschaft geht einfach davon aus, dass Männer sich nicht schminken und Frauen tote Tiere ekelhaft finden (Ein hoch auf alle Metzgerinnen!). Das betrifft beide Geschlechter. Nicht nur Frauen. Da existieren Rollenbilder, die Menschen unter Druck setzen und eigentlich nur von der Gesellschaft gemalt wurden. Wirkt aber erst mal fair – gilt ja für beide Geschlechter. Ist es aber nicht. Es gilt eigentlich nämlich nicht für beide Geschlechter.

Bei der ganzen Feminismusidee haben wir die Männer vergessen. Die dürfen in der Öffentlichkeit nämlich nicht heulen, müssen den starken Mann markieren, sehen mit Wimperntusche bescheiden aus und wehe sie sind Hausmann (Echt mal! Memme!). Wobei es viel logischer wäre, dass Frauen in der Öffentlichkeit nicht heulen dürfen. Also weil dann die Wimperntusche verschmiert...! Der Mensch, das vernunftbegabte Lebewesen…

Die Diskriminierung der Männer startet schon in der Kindheit: Überraschungseier gibt es sogar in Sonderausgabe für Mädchen! Ist natürlich mehr Pink drauf, ist ja klar! Wenn der kleine Junge (der Junge aus dem fiktiven Beispiel heißt weder Detlef noch Gerrit!) aber gerne die Prinzessin aus dem Ü-Ei hätte? Tja, Pech gehabt. Ü-Eier für Mädels kaufen ist gesellschaftlich nicht akzeptiert! Da spielt die Kassiererin ja schon mit dem Gedanken, dass der kleine Mann schwul wird! Ob das Mädchen lieber das normale Überraschungsei kauft ist egal! Wenn das Mädchen ein Ü-Ei mit einem Auto oder einem Menschen in Ritterrüstung erwischt, dann ist das doch einfach nur der Weg in die Emanzipation. Mag sie die Figur darin nicht, dann war´s halt Pech. Papa kauft der Prinzessin zum Trost noch eine Zeitschrift. „Emma“ von Alice Schwarzer – versteht sich…

Frauen dürfen in der Öffentlichkeit heulen – sie können es aber auch lassen. Frauen dürfen Wimperntusche tragen – sie können es aber auch lassen. Frauen können Hausfrau werden – sie können es aber auch lassen. Bei Frauen ist zwar auch nicht alles akzeptiert, aber insgesamt sind die viel freier. Läuft mir eine ungeschminkte Frau über den Weg, dann denke ich da kaum drüber nach. Ein geschminkter Mann hingegen fällt auch mir sofort auf. Ständig heulende Frauen, finde ich auch nicht so prickelnd, ein weinender Mann, zieht trotzdem eher Blicke auf sich.

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Wie Männer sind!

Sorry liebe Gesellschaft, aber da läuft irgendwas ziemlich schief: Das, was wir heute Feminismus nennen und was für Gleichberechtigung sorgen soll, ist für mich ein „Wir-geben-Frauen-die-Möglichkeit-gesellschaftlich-akzeptierte-Männer-zu-werden“. Als Frau darfst du alles machen, was Männer auch dürfen. Du kannst es auch lassen. Frau bleibt Frau oder Frau wird Emanze. Aber Geschlechterrollen auflösen? Nix da. Männer bleiben Männer. Männer bleiben männlich. Das ist das Problem an der Sache. Und genau das, schadet im Endeffekt auch wieder den Frauen:

Die Politiker*Innen können sich auf den Kopf stellen! Frauenquote, dies, das. Das wirkliche Problem haben doch schon lange gar nicht mehr die Frauen. Wenn eine Frauenquote gesetzlich eingeführt wird, dann arbeiten mehr Frauen in Führungspositionen. Ist klar. Ist anerkannt – von den einen mehr, von den anderen weniger. Wenn Männer die Möglichkeit haben in Elternzeit zu gehen, dann ist das eine Möglichkeit. Die müssen nicht. Die könnten. Die dürften. Theoretisch. Also wenn sie wollten. Das müssen die Paare unter sich ausmachen. Da haben die alle Freiheiten! Wirklich! 50:50! Aber jetzt mal ehrlich: Wer geht wohl in Elternzeit, wenn Hausmänner Memmen sind? Wenn Hausmänner ja nur nicht in der Lage sind ihre Familie zu ernähren? Und was für echte Männer wissen schon wie man eine Waschmaschine anstellt? Einfach allet zusammen bei 90 Grad Kochwäsche und ab jeht dat! Dabei haben die meisten das mit „Memme“ irgendwie falsch verstanden. Fragt man Wikipedia nach Memme, dann gelangt man zu „Feigheit“. Und da steht:

Feigheit, veraltet auch als Feigherzigkeit[1] oder Memmenhaftigkeit[2] bezeichnet, ist zunächst die vorwerfbare (kritisch gesehene) Neigung, sein Handeln durch Angst oder Furcht bestimmen zu lassen.[3]“

Sind nun dann nicht berufstätige Männer Memmen? Weil sie Angst vor der Reaktion haben, wenn sie Hausmänner wären? Wäre doch logisch. Alle Hausmänner wären dann keine Memmen. Weil die hätten ja ihr Handeln dann nicht durch Furcht bestimmen lassen. Außer sie haben Angst vor den bösen, bösen Chefinnen, die durch die Frauenquote in die Führungsposition gekommen sind und nun all ihren Unmut an den armen Männern auslassen. Frauen haben keine Angst vor Führungspositionen. Ein paar vielleicht. Aber Frauen sind ja auch keine Memmen und wenn ist das ja auch egal. Weil es sind ja Frauen. Strike! Männer haben Angst vor Elternzeit. Nicht alle. Garantiert nicht. Aber viele. Wie sollen die auch den Haushalt schmeißen, wenn sie nicht mal im TV heulen dürfen? Und dabei sind Frauen gar nicht unbedingt diejenigen, die etwas gegen menschliche, nicht „männlichen Werten“ entsprechenden Männern haben: Ich kenne wenige, die sagen „Ach, mein Partner muss den ganzen Tag Schweine schlachten, Holz hacken, dabei laut brüllen und darf weder lachen noch weinen! Weil das wäre ja menschlich! Und männlich und menschlich schließen sich kategorisch (!) aus!“

Liebe Männer! Ihr diskriminiert Euch selbst! Wie auch immer das Zustande kommen konnte?! Ich möchte nur sagen: Ihr könnt jetzt damit aufhören! Dann können wir zumindest, was das Berufliche an geht langsam aufhören über Feminismus zu reden. Das geht Frauen nämlich manchmal fast noch mehr auf die Nerven als Männern. Ich sage nicht, dass das unwichtig ist, aber es könnte so, so einfach sein: Wer Bock hat wird Erzieher, Mathematiker, Elektriker oder Hausmann! Wer Bock hat wird Erzieherin, Mathematikerin, Elektrikerin oder Hausmännin, äh Hausfrau mein ich! 

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Feminismus allein reicht nicht! Geschlechterrollen lösen sich nicht davon auf, dass alle Frauen so sein dürfen wie gesellschaftlich anerkannte Männer! Männer sollten bestärkt werden, nicht das starke Mannsbild erfüllen zu müssen. Geschlechterrollen lösen sich davon auf, dass alle Männer so sein dürfen wie nicht gesellschaftlich akzeptierte Männer. Oder so. Und da helfen weder Seximusdebatten in Bezug auf Frauen noch Frauenquote! Können wir einfach alle mal kurz anfangen Menschen zu sein? Das würde der Gesellschaft einiges erleichtern. Den Männern und den Frauen und vor allem auch denjenigen, die sich irgendwo dazwischen befinden!

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