Über die Flauschigkeit von Hummeln

oder: Was mich an der Fotografie fasziniert

Teil 1: sichtbar machen

Nehmen wir an, dass Du zu den Menschen gehörst, die wegrennen, wenn sie eine Hummel sehen. Vielleicht, weil Du sie für eine etwas aus der Form geratene, gefährliche Killer-Biene hältst. Und nehmen wir an, dass die Hummel total entsetzt darüber ist, weil sie doch eigentlich nur einen gemütlichen Flug über Deine Terrasse gemacht hat und Dir überhaupt gar nichts tun wollte. Würden wir Dich nun fragen, wie eine Hummel aussieht, würdest Du vielleicht antworten : „Na ja, also gelb-schwarz, ein bisschen wie eine Biene, nur dicker. Ich guck auch nicht so genau hin. Wenn was summt, renn ich weg. So aus Prophylaxe.“ Dabei hast Du vollkommen vergessen, dass Hummeln flauschig aussehen! Dass ihr ganzer Körper mit kleinen, kuschelig aussehenden(!) (Das mit dem Anfassen habe ich noch nicht ausprobiert…) Haaren überzogen ist. Das hast Du einfach vergessen, obwohl das doch zur Beschreibung einer Hummel wichtig sein könnte! 
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Damit nun zum Thema Fotografie. Was mich fasziniert ist, dass ein Foto uns Dinge viel besser erkennen lassen kann! Einige Dinge können wir mit dem Auge nicht wahrnehmen, entweder weil wir es nicht wollen (Ih, Killer-Biene!) oder weil wir es nicht können (Hummeln fliegen nun mal!). Die Fotografie macht es für uns sichtbar. Gerade Makroaufnahmen (oder auf Deutsch: ganz nah dran) eignen sich super, um sich das fotografierte Objekt im Detail anzuschauen. Dann ist die Hummel auf einmal flauschig und die Blume mit den Wassertropfen sieht nicht mehr nur klitschnass aus. Wir können auch die Schönheit eines jeden Menschen sichtbar machen! (Also: Sollte jemand behaupten, Du seist unfotogen, dann ruf mich an und ich sag mal ein paar Takte! ;-)) Selbst, wenn wir jemanden im Ganzen betrachtet unattraktiv finden, kann eine Makroaufnahme seiner/ihrer Nase deutlich machen: „Da hat jemand eine schöne Nase! Das ist mir bloß nie aufgefallen!“ Und schwupp hat die Person für uns auf einmal eine schöne Nase.  Fotografie macht sichtbar, indem sie uns die nötige Perspektive, die nötige Nähe zum Objekt und die nötige Zeit gibt, um etwas wirklich in Ruhe zu betrachten. Die Hummel ist eben flauschig. 

Fernab von Makroaufnahmen können wir natürlich auch Charakterzüge eines Menschen, Stimmungen, Momente usw. sichtbar machen. Aber das klappt nicht mit allen Dingen. Eine Fotografie kann nicht alles sichtbar machen. Manchmal kann ein Foto Momente nicht einfangen, manchmal kann ein Foto Stimmungen nicht einfangen. Das Foto kann dann nicht sichtbar machen, was wirklich da war.  (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die Hummel aber trotzdem ziemlich flauschig aussieht! – In diesem Fall klappt es nämlich!) Dann sollten wir den Moment vielleicht einfach ganz fest in unserem Kopf speichern – auf unserer eigenen, körperinternen SD Karte (oder in Retro: auf unserem eigenen Film). So haben wir unser inneres Foto dann immer dabei. Manches ist eben da besser aufgehoben als auf einer realen Fotografie. Und bevor es nun noch kitschiger wird: Ende.

Teil 2 könnte folgen…

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Über die Flauschigkeit von Hummeln

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